Nach zahllosen „Lies unbedingt mal was von…“ lese ich also endlich mal einen LENCIONI. Abgesehen von seinem echt coolen Nachnamen soll er auch sonst einer der ganz Großen sein – zumindest in Sachen Leadership und Teambuilding. Und da ich grade mit der Teambauerei beschäftigt bin, builde ich mich halt mal ein wenig weiter.
„Mein Traum-Team“ (Campus-Verlag) heißt der Bestseller von Patrick Lencioni und wenn man keine große schriftstellerische Leistung von ihm erwartet, kann man von den Inhalten sehr viel profitieren. Das Buch ist im Romanstil geschrieben, auf den Autoren von Management-Büchern ab und zu verfallen, um ihren trockenen Inhalt anschaulicher rüber zu bringen. Die fiktive Geschichte des desolaten Führungsteams eines IT-Unternehmens, das durch ihre neue Chefin zu einem echten Team geformt werden soll, liest sich hölzern und konstruiert. Macht aber nix, denn was man dabei lernt, ist es wert.
Lencioni beschreibt fünf Krankheiten eines Teams, die erfolgreiches Zusammenarbeiten verhindern. Die daraus resultierenden Prinzipien für gute Teamarbeit sind total einfach (in der Theorie), aber harte Arbeit (in der Praxis).
Die Grundlage für jedes Team ist gegenseitiges Vertrauen. Die Krankheit, die in vielen Teams herrscht, ist aber grade FEHLENDES VERTRAUEN zwischen den Teammitgliedern. Die Folge: UNVERLETZBARKEIT. Man kann nicht offen und ehrlich miteinander umgehen, da man sich nicht verwundbar machen will. In einem gesunden Team hingegen scheut niemand davor zurück, seine Fehler und Schwächen einzugestehen und Bedenken zu schildern, weil er keine Repressalien zu fürchten braucht.
Auf der Vertrauensbasis fußt die Konfliktfähigkeit. Die Krankheit, die aus fehlendem Vertrauen entsteht, lautet ANGST VOR KONFLIKTEN. Künstliche Harmonie wird einer ehrlichen Auseinandersetzung vorgezogen und lähmt das ganze Team.
Daraus entsteht UNVERBINDLICHKEIT. Denn: wenn Entscheidungen nicht durch eine ehrliche und offene Diskussion entstanden sind, bei der jede (auch kritische) Meinung Gehör gefunden hat, werden die einzelnen Teammitglieder später auch nicht wirklich hinter der Entscheidung stehen. Die Folge ist MEHRDEUTIGKEIT. Es werden keine verbindlichen Zusagen gegeben. Die Entscheidung steht auf wackligen Beinen.
Die nächste Krankheit heißt VERANTWORTUNG ABLEHNEN. In einem kranken Team herrscht keine große Motivation, die eigene Verantwortung wahrzunehmen. Noch weniger mag man andere Teammitglieder an ihre Verantwortung erinnern, wenn deren Leistung erkennbar zu wünschen übrig lässt. Die Folge: NIEDRIGER LEISTUNGSSTANDART.
Die Spitze der Pyramide ist das DESINTERESSE AN ERGEBNISSEN. In kranken Teams werden weniger Ziele erreicht und den einzelnen Teammitglieder ist das auch weniger wichtig – weniger wichtig als die eigenen Ziele zu erreichen. Das individuelle Streben nach STATUS UND EGO wird wichtiger als die Teamleistung und das Erreichen gemeinsamer Ziele.
Das Buch enthält am Ende eine Fragebogen für eine Teamanalyse sowie praktische Ansätze, mit dem Team die Krankheiten zu erkennen und zu überwinden.
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