Im dritten Teil seines Buches „Warum Christsein Sinn macht“ wird Wright praktisch. Er beleuchtet die MainTopics des christlichen Lebens.
Mit Gottesdienst und Anbetung geht es los. Wenn ein Mensch eine Ahnung von Gott bekommt, dann ist die normale Reaktion immer Anbetung. Wer es nicht tut, ist Gott und seiner Geschichte mit der Welt nicht wirklich begegnet. Anhand Offb.4+5 entfaltet Wright sein Verständnis von Anbetung: es geht darum, den WERT Gottes anzuerkennen und sich einzuklinken in das Lob, das der Himmel und auch die Schöpfung Gott ständig entgegenbringt. Als Bild für Anbetung nennt Wright ein Konzert, in dem uns Musik derart überwältigt, dass Menschen am Ende in StandingOvations ihre Bewunderung ausdrücken. „Alle die dabei sind, fühlen, dass sie über sich hinausgehoben werden. Irgendetwas geschieht mit ihnen. Sie sind sich auf eine neue Art und Weise der Dinge um sie herum bewusst. Die ganze Welt sieht anders aus. Es ist ein wenig wie verlieben. Es ist in der Tat eine Art des Verliebens.“ Und weil uns Anbetung immer dem ähnlicher macht, was wir anbeten, macht Anbetung Gottes uns immer mehr wahrhaft menschlich, denn wir sind als Gottes Ebenbilder geschaffen. Anbetung liegt deshalb im Zentrum christlichen Lebens.
Wright verwendet dann noch einige Seiten um den Wert von Schriftlesungen im Gottesdienst zu betonen (und zu begründen!) und beschreibt dann auch das Abendmahl als einen wichtigen Schlüsselmoment von Gottesdienst und Anbetung.
Der zweite Ausdruck christlichen Lebens ist das Gebet. Wright stellt das Vater-Unser in den Mittelpunkt seiner Überlegungen. Mit diesem Gebet gibt sich der Mensch mitten hinein in die Reich-Gottes-Bewegung, die Gott durch Christus in dieser Welt vorantreibt. Das Vater-Unser verdichtet alles, was Gebet umfasst. Christen beten, weil sie „am Punkt der Überlappung von Gottes Zukunft und der Gegenwart dieser Welt“ leben. Der Christ steht da, wo sich die „tektonischen Platten, Himmel und Erde, Zukunft und Gegenwart, aneinander reiben“ und Erdbeben vorkommen. Der Christ ist in Gottes Angelegenheiten verwickelt und das Gebet ist Ausdruck der menschlichen Involviertheit in göttliche Taten.
Gebet lohnt sich, weil Himmel und Erde nicht dasselbe sind (für einen Pantheisten läge der Sinnvon Gebet nur im Einklang mit mit Selbst und der Welt um mich her). Gebet lohnt sich, weil der Himmel aber auch nicht weit weg ist (für einen Deisten ist Gebet die Anrufung eines weit entfernten Gottes). Gebet lohnt sich, weil der Himmel ganz nah ist.
Wright legt dem Leser ausdrücklich den Schatz vorformulierter Gebete ans Herz und kritisiert ein Gebetsleben, das immer nur auf die eigenen „authentischen“ Gedanken zurückgreift. „Aus den Tiefen des Herzens steigen viele Dinge auf, und Jesus hat darauf hingewiesen, dass diese Dinge vielleicht authentisch sein mögen, aber oft nicht sehr erquicklich sind.“ Wir brauchen – neben dem frei formulierten Gebet – auch Gebete wie das Vater-Unser, um nicht zeitlebens auf die eigenen Worte zurückgeworfen zu sein.
Das nächste Kapitel dreht sich im die Bibel und ihre Inspiration. Wright versteht es, dem Leser das berühmteste Buch der Welt sowohl in seiner sympatischen Menschlichkeit als auch in seiner atemberaubenden Göttlichkeit nahe zu bringen. Er bietet zunächst einige Fakten zu Entstehung und Aufbau der Bibel und versteht es dann excellent, den umstrittenden Begriff der Inspiration zu beleuchten. Wright ist kein Bibel-Fundi, aber ein großer Bibel-Liebhaber. Die Bibel ist wie eine musikalische Komposition, wie ein Bühnenstück, wie ein (unvollendeter) Roman Gottes. Die letzten Seiten haben wir mit unserem Leben zu füllen, der letzte Akt wird jetzt gespielt.
Die Bibel erzählt, „was bisher geschah“. Die Bibel ist ein Ort, an dem sich Himmel und Erde überlappen. Menschliches und Göttliches ist darin nicht zu trennen. Die Bibel ist Gottes Wort, aber in und durch Menschenwort – mit allem, was dies an „Menschlichkeit“ mit sich bringt. Wright wendet sich gegen ein verbalinspiriertes Verständnis, vor allem deshalb, weil die Rede von der Unfehlbarkeit der Schrift dem eigentlichen Charakter des Buches nicht gerecht wird. „Die Ironie beseteht (…) darin, dass die Debatten um solche Wörter Menschen häufig von der Bibel selbst weg zu allen möglichen Theorien geführt haben, die der Schrift als ganzes nicht gerecht werden – ihrer großartigen Story, ihren großartigen Absichten, ihrem nachhaltigen Höhepunkt, ihrer eindringlichen Art, uns wie ein unvollendeter Roman zu verlocken, selbst zu Charakteren in den Schlusskapiteln zu werden. Das Beharren auf einer „unfehlbaren“ oder „fehlerlosen“ Bibel wuchs stattdessen auf einem komplexen kulturellen Mutterboden (…), auf dem die Bibel als Bastion der Orthodoxie gegen den römischen Katholizismus einerseits und gegen den Liberalismus andererseits angesehen wurde. Unglücklicherweise stammen die Bedingungen für diese Debatte aus den Annahmen gerade dieser beiden Welten. Es ist kein Zufall, dass das protestantische Beharren auf der biblischen Unfehlbarkeit genau zu der Zeit aufkam, als Rom auf der päpstlichen Unfehlbarkeit bestand. Es ist auch kein Zufall, dass der Rationalismus der Aufklärung selbst diejenigen infizierte, die gegen ihn kämpften.“
Es folgt der letzte Teil … sobald ich die Zeit finde. :-)
Die Story Gottes kommt zu ihrem Höhepunkt. Was die Welt ersehnt, geschieht . In der Person Jesus von Nazareth treffen Himmel und Erde ein für alle mal zusammen.
Im zweiten Teil seines Buches entfaltet Wright nun die große biblische Geschichte Gottes mit der Menschheit. Sympatischerweise beschreibt er diese Geschichte nicht als eine, die ein denkender Mensch zwingend glauben
Das erste auf deutsch veröffentlichte Buch des Neutestamentlers N.T.Wright trägt den Titel „Warum Christ sein Sinn macht„. Entlockt dem eigentlich geneigten Leser dies schon ein müdes Gähnen, veranlasst die Covergestaltung den Betrachter zum entsetzten Kopfschütteln und mich dazu, lieber die englische Ausgabe hier abzubilden, um den Post nicht grafisch zu verschandeln. Wer’s nicht glaubt, kann sich 






Das ganze beginnt mit Bildern. Fotos, die die CityChurchler selbst geschossen haben. Die Stadt und ihre Menschen durch unsere Augen und Objektive gesehen. Dazu werden ein paar Fakten über unsere Stadt vorgelesen. Manches bekannt, manches neu. Grade hat eine MarketingAgentur diese Stadt unter die Lupe genommen und einen Slogan daraus entwickelt: „Würzburg – Provinz auf Weltniveau„. Drei Begriffe beschreiben nach Meinung der Werbeleute den Charakter dieser Stadt: Wissen – Kultur – Gesundheit.
Jetzt gehen die 12 los. Jeder mit einem anderen Ausschnitt der Google-Earth-Karte, jeder mit einem anderen Viertel dieser Stadt. Sie gehen los und beten sehend, sehen betend. Nehmen wahr. Versuchen, ihre Stadt zu sehen, wie Gott sie sieht. Der Sinn dahinter: Um zu wissen, was Gott in dieser Stadt tun will, müssen wir die Stärken und die Nöte dieser Stadt kennen. Wie sähe Würzburg aus, wenn hier das Reich Gottes noch konkreter Gestalt gewönne? Was würde Gott ändern, wäre er Oberbürgermeister dieser Stadt? Und: wo tut er es bereits? Gibt es hoffnungsvolle Zeichen? Begegnet uns das Reich Gottes schon, wenn wir nur die Augen aufmachen?




